Dieses (Lehr)Konzept der ganzen Welt – Ideen teilen durch CC BY & Co

Ein Beitrag von Thomas Walden

CC  BY PortaBLe
Blog-Kategorie
Lehrer_innen bilden

Worum geht es?

Die Produktion eigener Bildungsmaterialien erfordert kreatives Engagement. Sie baut zudem grundsätzlich auf den Ideen anderer auf. Doch welche Materialien kann man rechtssicher verwenden und wie kann man seine Materialien mit anderen so teilen, dass eigene Lehrmaterialien rechtssicher auf vorhandenen Ideen aufbauen können? Die Lösung: Creative Commons Lizenzen. Sie ermöglichen es, eigene Werke (Bildungsmaterialien wie Lehrkonzepte, Arbeitsblätter, aber auch Musik, Videos etc.) über das Internet für andere frei zugänglich auf einfache Weise zu publizieren.

 

Wo ist das Problem?

Bei der Entwicklung von persönlichen geistigen Schöpfungen (kurz: Werke) tritt grundsätzlich das deutsche Urheberrechtsgesetz in Kraft. Durch dieses Gesetz werden Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst geschützt (vgl. Abschnitt 1, § 1, UrhG). Das Urheberrecht regelt bis ins Detail Verwertung, Vervielfältigung, Verbreitung usw. von Werken. Damit wird der Urheber eines Werkes vor Missbrauch durch Dritte umfangreich geschützt (vgl. Abschnitt § 11 ff., UrhG). So gut dieser umfangreiche Schutz für Autor_innen auch ist, so viele Probleme bringt er mit sich: Aufgrund des UrhG bedarf es komplexer juristischer Kenntnisse und Einzelverhandlungen, um ein Werk so zu publizieren, dass es genutzt werden kann, wie Autor_innen das möchten. Das gilt insbesondere für den Fall, dass eigene Werke mit anderen geteilt, von diesen genutzt und/oder verändert werden dürfen. Bei Bildungsmaterialien ist genau das jedoch häufig erwünscht, da Lehrende fremde Bildungsmaterialien für ihre Ansprüche adaptieren wollen und auch – von den Autor_innen her – sollen.

So lange Bildungsmaterialien noch analog geteilt wurden, war der Aufwand um Rechtssicherheit für Bildungsmaterialien herzustellen noch einigermaßen überschaubar. Jedoch konnten die Verfasser des UrhG die Folgen der Digitalisierung nicht im Ansatz mit berücksichtigen. In der Folge ist das UrhG in Fragen der digitalen Verwendung von Bildungsmaterialien hochgradig restriktiv, und Lehrende befinden sich bei der Erstellung eigener Materialien ganz schnell in einer rechtlichen Grauzone. Schon diese Grauzone ist aber von staatlicher Seite nicht tragfähig: Staatliche Einrichtungen (wie Schulen und Universitäten) sind dazu angehalten, sich an geltendes Recht zu halten.

 

Gibt es eine Lösung für das Problem?

An dieser Stelle kommen die Creative Commons Lizenzen ins Spiel. „They now allow millions of works to circulate without the permissions-and-fees aphasia that automatically attends all other copyright material. They let creators act on their sense of copyduty; they make it easier to share and to build upon the work of others whose sense of themselves is not merely economic” (Hyde, 2010, 245). Mit einer Creative Commons (CC) können Werke also problemlos genutzt, adaptiert, geteilt, verbreitet, mit konstruktiver Kritik optimiert werden und sie bieten die Chance, neue Netzwerke mit Gleichgesinnten zum Ideenaustausch zu entwickeln.

Der Grundgedanke dabei ist der, dass sich mit den Creative Commons Lizenzen leicht...

...Rechtssicherheit herstellen lässt – Ein Werk, das unter einer Creative Commons Lizenz publiziert wurde, bedarf keinen schwierigen juristischen Verhandlungen über die weitere Nutzung des Werkes.

...das Urheberrecht erhalten lässt – Creative Commons Lizenzen erlauben eine bestimmte Nutzung von Werken unter bestimmten Bedingungen. So können die Urheber auch weiterhin gegen Missbrauch und Urheberrechtsverletzungen vorgehen.

...die Beibehaltung von Einzelverhandlungen ermöglichen lässt – Nutzer_innen von Werken mit Creative Commons Lizenzen können mit den Urhebern von Werken weitergehende Lizenzen aushandeln. Diese müssen allerdings schriftlich erfolgen.

...eine weiträumige Verbreitung von freien Werken sicherstellen lässt – Je mehr Materialien zur freien Verfügung stehen, desto größer ist die Möglichkeit, mit freien Bildungsmaterialien die eigene Bildungsarbeit zu bereichern. Zugleich profitieren alle von den Anstrengungen aller, wodurch den immer komplexeren Anforderungen an die Bildungsarbeit Rechnung getragen wird.

 

Wie nutzen wir CC-Lizenzen bei PortaBLe?

Auf dem PortaBLe und für die HLZ nutzen wir die Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0. Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International.

Diese Lizenz besagt, dass Sie Werke, die unter dieser Lizenz publiziert sind,

  • Teilen – das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten
  • Bearbeiten – das Material remixen, verändern und darauf aufbauen
  • und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell, nutzen dürfen“ (Creative Commons, Online verfügbar).

Die Weitergabe erfolgt dabei unter gleichen Bedingungen Wenn Sie das Material remixen, verändern oder anderweitig direkt darauf aufbauen, dürfen Sie Ihre Beiträge nur unter derselben Lizenz wie das Original verbreiten.

Als Lizenzgeber können Sie diese Freiheiten nicht widerrufen solange Nutzer_innen sich an die Lizenzbedingungen halten.

Bedingung für die Nutzung ist, dass Nutzer_innen „angemessene Urheber- und Rechteangaben machen", einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.

Außerdem dürfen Sie „keine weiteren Einschränkungen [vornehmen] Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt“ (Creative Commons, online verfügbar).

Ihr Werk wird auf dem PortaBLe automatisch mit dieser Lizenz sichtbar und maschinenlesbar gemacht: „Als „maschinenlesbar“ werden im Web Informationen bezeichnet, die von Suchmaschinen oder anderen Diensten automatisiert und ohne menschliches Zutun ausgelesen werden können. Diese Informationen werden im Quelltext der Webseite gespeichert“ (How-To: Maschinenlesbare Creative Commons-Lizenzen, Online verfügbar).

 

Schon ein kleines Symbol genügt

Wenn Sie den Ansatz freier digitaler Bildungsmaterialien unterstützen möchten, können Sie auch selbst ganz einfach Ihre Materialien unter einer entsprechenden Lizenz veröffentlichen. Dazu müssen Sie beispielsweise bei einer Power Point Präsentation nur die erste oder letzte Seite mit dem Symbol entsprechend der von ihnen gewünschten Lizenz versehen.

 

Ein Beitrag von Thomas Walden.

Bildkompositum: Thomas Walden mit Creative Commons

 

 

Literatur

Bundeszentrale für politische Bildung bpb (Hg.) (ohne Jahresangabe). How-To: Maschinenlesbare Creative Commons-Lizenzen. Bonn. Online verfügbar. [URL]: http://pb21.de/2013/07/how-to-maschinenlesbare-creative-commons-lizenzen/. Zugriff 22.11.2017

Creative Commons (Hg.) (ohne Jahresangabe) . Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0). Mountain View, CA 94042. Online verfübar. [URL]: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de. Zugriff, 22.11.2017

Hyde, Lewis (2010). Common as air. Farrar, Straus and Giroux, New York

Kommentare