„Forschendes Lernen – The wider view“: Ein Tagungsbericht

Ein Beitrag von Claudia Mertens

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Aus dem Turm

Eine Konferenz bringt einen Mehrwert, wenn sie mehr Fragen aufwirft, als sie auflöst – so die Theorie… Sie kann also als „voller Erfolg“ verbucht werden, wenn man mit positiver Irritation abreist und mehr Forschungsdesiderate mit nach Hause nimmt als beantwortet findet.

Legt man diese Kriterien an, so war die Veranstaltung „Forschendes Lernen – The wider view“ an der Universität Münster (25.-27. September 2017) auf jeden Fall sehr gewinnbringend für mich.

„Forschendes Lernen“ ist ein Schlüsselbegriff im Praxissemester des Lehramtsstudiums. Dass über die Definition von „Forschendem Lernen“ kaum Einigkeit herrscht, hatte ich erwartet. Dass die Referent_innen den Fokus entweder stärker auf „Forschend“ legen könnten und damit eher den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in den Blick nehmen oder aber ihr Augenmerk auf „Lernen“ legen und individuellen Erkenntnisgewinn in den Vordergrund stellen könnten, war mir ebenfalls klar.

Aber: Sind diese Zielsetzungen konträr – im Sinne von „je mehr ‚Forschen‘, desto weniger ‚Lernen'“? oder anders herum: „Je mehr ‚Lernen‘“, desto weniger ‚Forschen‘“? Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich beides nicht wechselseitig ausschließt, sondern sinnvoll ergänzt: „Individuelles Lernen“ über „Forschungsprozesse mit wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn“.  Im einen Fall liegt der Lernfortschritt vielleicht stärker auf prozeduraler als auf fachlicher Ebene, im anderen Fall ist es umgekehrt. Aber auch beim „Forschen“ findet doch ein individuelles „Lernen“ statt – nur eben anders… Oder etwa doch nicht?

So habe ich als eine von vielen offenen Fragen also mit nach Hause genommen: „Wie können über Studienprojekte Synergien zwischen 'Forschen' und 'Lernen' geschaffen werden, so dass weder das individuelle Lernen vernachlässigt wird noch der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn?“.

Mehr Fragen als Antworten! Also dann: Alles gut gelaufen!
 


Ein Beitrag von Claudia Mertens.

 

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